Angehörige

Leben mit Depression und Angst Selbsthilfegruppe
© 2017 - Leben mit Depression und Angst - Selbsthilfegruppe bei Depressionen und Angststörungen - Tamsweg/Salzburg/Österreich
Den Betroffenen unterstützen, am Morgen nicht im Bett liegen zu bleiben, sich am Abend nicht zu früh ins Bett zurückzuziehen und sich während des Tages nicht völlig zu isolieren. Verständnis dafür zu zeigen, dass sexuelle Gefühle während der Depression schwinden oder verloren gehen. Selbständige Körperpflege unterstützen. Sich im Umgang mit Depressiven nicht entmutigen lassen, z.B. wenn man spürt, dass der Betroffene auf alles nur negativ reagiert und alles abwertet. Beziehung nicht verdünnen oder gar abbrechen, wenn die verbale Verständigung stockt. Vorgespielte Fröhlichkeit, Umtriebigkeit, übertriebene Aktivität im Zusammenhang mit dem Betroffenen meiden. Äußerungen vermeiden, die dem Betroffenen lächerlich machen können, die bei ihm Schuldgefühle wecken oder die ihn bloßstellen. Keine Vorwürfe oder Vorhaltungen. Daran denken, dass der Betroffene sehr empfindlich und verletzbar ist und leicht heraushört, er sei unwürdig und unwert. Vorsicht mit Ironie, Sarkasmus und auch harmlosen Scherzen. Der Sinn für Humor geht in der Depression verloren. Nicht auf das Grübeln über vergangene Ereignisse eingehen. Während einer schweren Depression nicht nach Anlässen und Gründen für die Verstimmung forschen. Möglichst in der Gegenwart, beim aktuellen Empfinden bleiben. Helfen Sie mit Erinnerung! Hat jemand schon mehrere depressive Phasen durchgemacht, erinnern Sie ihn daran, dass er sich auch diesmal sicher wieder erholen wird! Der Depressive selbst sieht diese Perspektive oft nicht mehr. Wenn der Betroffene weinen kann (was viele Depressive nicht können), fördern, dass er sich ausweint. Die Tendenz, dass er immer Selbstbeherrschung von sich verlangt, nicht unterstützen. Bei nicht zu schweren Depressionen eventuell die Atmung anregen (z.B. Schwimmen). Eventuell spezifische Massage, z.B. im Nacken- und Bauchbereich. Kreativen Selbstausdruck (Tanz, Malen, Musik) erst dann und nur dann fördern, wenn der Betroffene selbst danach Verlangen hat. Als Angehöriger auch unbedingt an sich denken! Eventuell selbst Hilfe (Psychotherapie oder Selbsthilfegruppe) in Anspruch nehmen! Was Ihrem Angehörigen hilft Hilfreich für den Betroffenen ist es, wenn Sie zunächst einmal Verständnis für seine Situation und seine Gefühle aufbringen. Wenn Sie ihn mit seiner Erkrankung ernst nehmen, ohne zu dramatisieren. Gleichzeitig sollten Sie versuchen, ihm zu vermitteln, dass Hilfe möglich ist und dass es ihm in Zukunft wieder besser gehen wird. Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihrem Angehörigen in seiner Entscheidung unterstützen, sich professionelle Hilfe zu suchen - genau so, wie Sie es bei anderen Erkrankungen auch tun würden. Vielleicht können Sie sich als Begleiter durch eine schwere Zeit sehen, Es hilft, wenn Sie den Betroffenen unterstützen: Beginnen Sie mit kleinen Aktivitäten, die Ihrem Angehörigen Freude bereiten, wie etwa ein Spaziergang oder gemeinsames Musikhören. Auch ein Gespräch kann guttun. In manchen Fällen kann es Ihren Angehörigen unterstützen, wenn Sie die Ausführung der Behandlung im Blick behalten, also etwa eine regelmäßige Einnahme der eventuell verschriebenen Medikamente oder den Besuch beim Psychotherapeuten - ohne ihm jedoch ein Gefühl von Kontrolle zu vermitteln. Manchmal wird Ihr Angehöriger Sie vielleicht zurückweisen. Doch das zielt nicht auf Sie als Person, sondern ist der Erkrankung geschuldet. Nicht immer ist der andere in der Lage, Ihre Vorschläge anzunehmen. Wenn Sie das respektieren ohne sich gekränkt zurückzuziehen, helfen Sie ihm sehr. Auf keinen Fall sollten Sie die Erkrankung herunterspielen., denn damit signalisieren Sie Ihrem Angehörigen, dass Sie ihn nicht akzeptieren, auch Sie es ganz anders meinen. © Copyright zum obigen Text: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Bundesärztekammer (BÄK). Depression.  Depression – Ratgeber für Angehörige. 2013 [cited: 2016  Jul 19]. Available from: http://doi.org/10.6101/AZQ/000011. DOI: 10.6101/AZQ/000011 Dank an das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), Deutschland
Schöne Advents- zeit