Angehörige

Leben mit Depression und Angst Selbsthilfegruppe
© 2018 - Leben mit Depression und Angst - Selbsthilfegruppe bei Depressionen und Angststörungen - Tamsweg/Salzburg/Österreich
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Persönlicher Tipp an Angehörige: Bitte sagen Sie zu Depressions-Betroffenen nie etwas wie "Reiß dich zusam-

men!", "Du musst dich nur bemühen!" etc. Das geht oft einfach nicht und ein solcher Satz löst oft nur zusätzliche

(Schuld)Gefühle in Betroffenen aus.

    Eine Depression ist eine ernsthafte Erkrankung, unter der nicht nur die Betroffenen leiden. Auch für Angehörige     und Freunde ist dies eine schwierige und anstrengende Zeit, häufig wissen sie nicht, wie sie sich dem     Depressiven gegenüber am besten verhalten sollen.     Die Symptome, Auswirkungen, etc. von Depressionen sind so vielfältig, wie das Leben selbst. Deshalb lassen sich     Depressionen auch nicht wirklich beschreiben bzw. in ein Muster "pressen". Hier trotzdem einige Schilderungen von Betroffenen: "Es ist wie eine innere Leere." "Depressive Verstimmung: Die Stimmung ist niedergedrückt, aber auch anders als eine "normale" schlechte Stimmung. Ich bin traurig, aber nicht normal traurig, sondern anders." "Ich kann nicht traurig sein und ich kann mich nicht freuen." "Ich muss über alles und jedes nachgrübeln. Wenn ich meine, dass es endlich vorbei ist, geht es wieder von vorne los, das Gedankenkarussell." "Es ist ein Gefühl der Gefühllosigkeit." "Dinge die mir früher Spaß gemacht haben, freuen mich nicht mehr. Das Essen schmeckt nicht, das Leben ist freudlos und fad." "Ich muss wegen jeder Kleinigkeit schwitzen." "Zu müde für den Tag - zu müde für das Leben." "Die Stimmung schwankt von 100 auf 0 und von 0 auf 100 (oder zumindest 80) - oft binnen weniger Stunden!" "Auch wer sich bemüht, die Krankheit zu versteht, kann sie nicht verstehen, wenn er sie selbst noch nicht kennt." „Depression: Eine Krankheit, die man nicht sieht, die aber jeden treffen kann“ „Depression ist ein hässlicher, trister Zustand mit hohem Leidensdruck.“ "Ein Besuch der Dame in Schwarz." C. G. Jung Depressionen erkennen/verstehen: Hier möchten wir versuchen, Ihnen ein bisschen näher zu bringen, wie sich Depressive fühlen, wie sie denken, ... Das soll zugleich Betroffenen aber auch Angehörigen die Möglichkeit geben, Depressionen zu erkennen bzw. ein zu schätzen und sich bei Bedarf Hilfe zu holen. Es soll aber auch darauf hingewiesen werden, dass nicht alle unten genannten Symptome auftreten müssen, um an einer Depression zu leiden. Die Überprüfung mit der Checkliste im Kasten oben ersetzt in keinem Fall den Rat und die Diagnose eines Arztes! Verhaltensempfehlungen für Partner, Angehörige, Freude, Chefs, Mitarbeiter, etc. von Menschen, die an Depressionen leiden: Seien Sie ein verständnisvoller, geduldiger Zuhörer. Das ist nicht selbstverständlich, aber sehr wichtig! Seien Sie flexibel! Die Symptome der Depression wirken sich unterschiedlich aus, eine Krankheit kann man sich nicht aussuchen. Die negativen Empfindungen des Betroffenen (z.B. Klagen über Unlust, körperliche Beschwerden, Schlaflosigkeit) nicht bagatellisieren, wegdeuten oder ausreden. Kein platter Trost oder banale Aufmunterungen. Die momentane Hoffnungslosigkeit des Betroffenen als ein Zeichen des depressiven Zustandes nehmen, realistische Hoffnung auf ein Ende der Depression geben. Nicht an den Willen appellieren. Nicht sagen, der Betroffene solle sich zusammennehmen, er können schon, wenn er nur wolle. Ihn hingegen spüren lassen, dass er kein Versager ist, dass er nicht an der gegenwärtigen Befindlichkeit Schuld hat. Nicht an Tugenden wie Glaube oder Verantwortung appellieren. Dem schwer Depressiven Entscheidungen abnehmen, wenn sie ihm qualvoll sind. Ruhige, sichere, bestimmte Führung geben. Keinesfalls lebenswichtige Entscheidungen in der Depression treffen lassen (wie z.B. Berufswechsel, Scheidung, Kinder Keine einschneidende Veränderung der bisherigen Lebensgewohnheiten. Bei deutlich ausgeprägter Depression nicht in die Ferien gehen. Unterstützen und ermutigen Sie den Depressiven, setzen Sie ihn aber nicht unter Druck! Was nicht geht, geht nicht. Nicht nur kleine Schritte, sogar winzige Schritte sind ein Erfolg! Einfühlendes Verständnis zeigen, wenn der Betroffene Schwierigkeiten hat, etwas zu tun; ihn jedoch darin unterstützen, dass er eigene realistisch angesetzte Aufgaben durchführt. Den Betroffenen auf alles, was ihm gelingt, aufmerksam machen - aber keine triumphierenden Untertöne! Auf eine regelmäßige, rhythmische Gliederung des Tagesablaufes achten (aufstehen, arbeiten, essen, zu Bett gehen), die auch an Fest- und Feiertagen beibehalten werden sollte.
Bunter Menschenkreis
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