Angsterkrankung

Leben mit Depression und Angst Selbsthilfegruppe
© 2017 - Leben mit Depression und Angst - Selbsthilfegruppe bei Depressionen und Angststörungen - Tamsweg/Salzburg/Österreich
Wie entsteht unsere Angst? Es gibt Phasen in der Entwicklung, in der wir als Kinder ganz bestimmte Ängste erleben müssen - wie etwa die Angst vor Dunkelheit oder Gespenstern. Diese Ängste bauen sich jedoch bis zum Erwachsenenalter bei den meisten Menschen ab. Einen Großteil unserer Ängste, unter denen wir als Erwachsene leiden, haben wir erlernt. Das Erleben eines traumatischen Erlebnisses - wie etwa eines Unfalls, einer schweren Erkrankung, einer plötzlich auftretenden Übelkeit in der Öffentlichkeit, eines großen Misserfolgs, des Todes eines Angehörigen - können dazu führen, dass wir uns eine negative Sichtweise zulegen und von nun an diese Situationen als "gefährlich" ansehen. Wir unterschätzen unsere Fähigkeiten damit umzugehen und überschätzen die Gefahr. Wir rechnen beständig mit der Möglichkeit einer Wiederholung der schlimmen Erfahrung, haben Angst vor der erneuten Konfrontation. Schon in der Vorstellung, dass es nochmals passiert, bekommen wir Angstgefühle. Auch von überängstlichen Eltern können wir lernen, viele Situationen als gefährlich anzusehen, die es in Wirklichkeit gar nicht oder nicht in dem Ausmaß sind. Angstgefühle können auch auftreten, wenn wir über längere Zeit in starker Anspannung gelebt haben, weil beispielsweise ein Familienmitglied chronisch krank ist, sich der Partner von uns trennte oder unser Körper nach einer schweren körperlichen Erkrankung einfach erschöpft ist. Nicht zuletzt können auch körperliche Ursachen wie z.B. eine Schilddrüsenüberfunktion, ein Mangel an Vitamin B1 oder eine Störung des Kalziumshaushalts unsere Angst verursachen. Einteilung der Ängste Aus medizinischer Sicht unterscheidet man drei große Gruppen von Angststörungen: Angststörung (generalisierte Angst, frei flottierende Angst) Panikstörung (oder Panik-Attacken) mit oder ohne Platzangst (Agoraphobie) Phobische Störung (sach- und situationsbezogen) Nachfolgend eine nähere Definition der eben genannten Angstgruppen: Generalisierte Angststörung: Von einer generalisierten Angststörung spricht man, wenn die Symptome der Angst an den meisten Tagen, mindestens mehrere Wochen lang auftreten. Zu den Symptomen der generalisierten Angststörung gehören unter anderem: Befürchtungen (angespanntes Gefühl, Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten) motorische Spannung (z.B. Zittern, Muskelverspannungen, Ruhelosigkeit) vegetative Überregbarkeit (z.B. Schwitzen) Panikstörung: Eine Panikstörung besteht aus einzelnen Panikanfällen oder Panikattacken. Panikanfälle sind unvermittelt auftretende, extreme Angstzustände, die in der Regel wenige Minuten dauern. Medizinisch spricht man auch von paroxysmaler (= anfallsartiger) episodischer Angst. Nicht selten wird der Ort des Auftretens einer Panikattacke mit deren Entstehung in Zusammenhang gebracht. Aus diesem Grund beginnen viele Leute mit Panikanfällen die Örtlichkeiten an denen diese Zustände auftreten, zu melden. Oft sind dies Orte, wo viele Menschen auf kleinem Raum versammelt sind (Kino, Theater, Konzert, Warenhaus, ...) oder enge Räume (Aufzug, Bahn/Zug, Bus, Flugzeug, ...). Andererseits können auch weite Plätze oder Brücken zu solchen Orten werden. Dies kann dazu führen, dass immer mehr Orte gemieden werden und so der Lebensradius zunehmend eingeengt wird. Im Extremfall kann eine betroffene Person aus den erwähnten Gründen ("aus Angst vor der Angst") das Haus nicht mehr verlassen. Phobische Störung: Eine phobische Störung bezieht sich stets auf eine spezifische Situation oder ein Objekt. Bei einer objektbezogenen Phobie kommt es zum Auftreten von Angst in Bezug auf bestimmte Objekte wie Spinnen, Schlangen oder Feuer. Die soziale Phobie ist eine situationsbezogene Unterform der phobischen Störungen. Die Patienten meiden zwischenmenschliche Kontakte wie das Sprechen in der Öffentlichkeit oder Treffen mit dem anderen Geschlecht. Häufig kommt es hierbei zu Symptomen wie Erröten, Meiden von Blickkontakt, Händezittern etc.
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Panikattacke Die Symptome: Folgende Symptome können während einer Panikattacke einzeln oder in Kombination auftreten: Herzklopfen, Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag Schwindel, Benommenheit oder Schwächegefühl Kurzatmigkeit oder Atemnot Schwitzen Schmerzen oder Beklemmungsgefühl im Brustkorb Zittern oder Beben Hitzewallungen oder Kälteschauer Erstickungs- oder Würgegefühl Kribbeln oder Taubheit in bestimmten Körperteilen Todesangst Übelkeit oder Magen- Darmbeschwerden Gefühle der Unwirklichkeit oder des Losgelöstseins Angst, verrückt zu werden Angst, die Kontrolle zu verlieren