FAQ - Frequently Asked Questions
Die Tiefenpsychologie versucht, die Gründe für die seelische Störung zu finden. In einem Verfahren, das unter Umständen sehr lange dauert, versucht der Therapeut, Erlebnisse im Leben des Betroffenen zu ermitteln, die zu der psychischen Erkrankung geführt haben können. Diese Erlebnisse werden meist in der frühkindlichen Entwicklung vermutet. Die Verhaltenstherapie basiert auf den Ergebnissen der Lernforschung. Ihr Ziel ist es, dass der Erkrankte durch Gespräche, Übungen und neue Einsichten seine Verhaltensweisen, die seine Erkrankung mitverursachen erkennt, und ändert. Dabei wird die seelische Erkrankung als eine Art falsch eingeübtes Verhalten angesehen, das man durch entsprechendes Training wieder ändern kann. Die interpersonale Psychotherapie ("IPT") ist eine relativ neue Form der Psychotherapie, die sich zwischen der tiefenpsychologischen Psychotherapie und der Verhaltenstherapie bewegt. Bei dieser Form der Psychotherapie versucht der Therapeut, Konfliktsituationen des Erkrankten zu ermitteln, die zu der Erkrankung geführt haben könnten. Dabei beschränkt er seine Suche jedoch auf zentrale Bereiche des Lebens, z.B. Trennung oder Verlust. Die Dauer der Behandlung wird, wie bei der Verhaltenstherapie, auf eine bestimmte Anzahl von Sitzungen begrenzt. 6. Welche medikamentösen Therapiemöglichkeiten gibt es? Es werden verschiedene Arten von Medikamenten (Antidepressiva) zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Welche Art von Medikament eingesetzt wird, sollte ein Arzt/Ärztin, ein neurologischer oder psychiatrischer Facharzt entscheiden. Besonders wichtig ist es für den Betroffenen zu wissen, dass ein Wirkungseintritt bei fast allen Medikamenten dieser Gruppen frühestens erst nach zwei Wochen zu erwarten ist, so dass unter Umständen vorübergehend nach Absprache mit dem Arzt beruhigende Medikamente erforderlich sein könnten. Kein antidepressives Medikament macht abhängig oder süchtig. Man unterscheidet je nach chemischen Inhaltsstoffen, die Nervensignale weiterleiten (Neurotransmitter): Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (neue Medikamente, die die Konzentration von Serotonin im Gehirn erhöhen) Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (neue Medikamente, die die Konzentration von Noradrenalin im Gehirn erhöhen) Trizyklische Antidepressiva (ältere gut wirksame und bekannte Medikamente, die die Konzentration von Noradrenalin und Serotonin im Gehirn erhöhen) MAO (Monoaminooxidasehemmer) Sonstige Unter den Antidepressiva gibt es keine eindeutige Überlegenheit einer Substanzklasse. Die Auswahl sollte durch den Fachmann in Abhängigkeit von Beschwerden, Wirkungseintritt, anderen körperlichen Erkrankungen und Nebenwirkungen erfolgen. Ein früher Behandlungsbeginn ist zu empfehlen. Die Einnahme der Medikamente sollte nach Absprache mit dem behandelnden Arzt noch über ca. sechs Monate nach Ende der Depression fortgesetzt werden, um einen Rückfall zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
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