FAQ - Frequently Asked Questions

Leben mit Depression und Angst Selbsthilfegruppe
© 2017 - Leben mit Depression und Angst - Selbsthilfegruppe bei Depressionen und Angststörungen - Tamsweg/Salzburg/Österreich
1. Was ist eigentlich eine Depression? Als Depression bezeichnet man eine über das normale hinausgehende seelische Niedergeschlagenheit, die man selber als krankhaft bzw. nicht mehr steuerbar empfindet. Wichtig ist es zu wissen, dass es verschiedene Arten und Ursachen für Depressionen gibt, welche sich teilweise auch in ihren Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden. 2. Wie entsteht eine Depression? Seitdem es die wissenschaftliche Psychiatrie gibt, haben Wissenschaftler versucht, die Ursache von Depressionen zu erforschen. Trotzdem ist – wie übrigens bei den meisten Krankheiten - die Ursache von Depressionen nicht vollständig aufgeklärt. Man weiß, dass bei manchen Menschen eine Depression ausgelöst werden kann durch Erlebnisse, die sie aus dem Gleichgewicht bringen. Dabei muss es sich nicht unbedingt um eine unangenehme Erfahrung handeln wie den Verlust eines geliebten Menschen oder um Arbeitslosigkeit. Es gibt auch Fälle, in denen äußerst angenehme Erlebnisse eine Depression auslösen. Hierzu zählen zum Beispiel die Geburt eines Kindes, ein Lottogewinn, oder der lang ersehnte berufliche Erfolg. Manche Depressionen treten in Zusammenhang mit einer körperlichen Krankheit auf. Es ist gar nicht so selten, dass eine Depression nach einer Narkose oder nach einer Infektion "plötzlich da ist". Es gibt auch das Phänomen der Entlastungsdepression. Nach einem lang anhaltenden Stress, zum Beispiel zum Schuljahresende bei Lehrern, oder nach der schweren Erkrankung eines Angehörigen, tritt nach der Entlastung plötzlich eine Depression auf. Der Körper hat sich in dieser Zeit an die starke Belastung, den Stress, gewöhnt und produziert plötzlich nicht mehr genügend anregende "Stresshormone", sodass es zu einer völligen "Abschlaffung" kommen kann. Aus diesem Grunde ist es auch sehr wichtig, mindestens drei Wochen am Stück Urlaub zu nehmen. Auch unter ständiger Belastung (Überforderung) kann es zur Depression kommen. Wer unter einer länger dauernden Überforderung steht - wie der Doppelbelastung durch Beruf und Kindererziehung und vielleicht noch einer pflegebedürftigen Oma -, "kippt" dann um. Oft können wir diese Überforderungen nur mit Zigaretten, Alkohol und Kaffee überstehen. Das Trinken von zu viel Alkohol oder der Gebrauch von gewissen Drogen kann ebenfalls eine Depression auslösen. Meistens treten Depressionen jedoch ohne ersichtlichen Anlass auf und haben selten nur eine einzige Ursache. Man geht heute davon aus, dass eine Depression aus dem Zusammenspiel von genetischen, biologischen und psychologischen Faktoren eine Antwort auf eine gewisse Art von Stress, Dystress genannt, ist. Frauen werden etwa doppelt so häufig gegen Depressionen behandelt wie Männer. Ob sie allerdings tatsächlich doppelt so häufig erkranken wie Männer, ist unklar. Vielleicht sind sie nur klüger und suchen früher Hilfe als die "starken" Männer, die möglicherweise ihre Depressionen nur im Alkohol "ertränken". Andererseits weiß man, dass in schweren Zeiten, wie zum Beispiel während eines Krieges, weniger Depressionen auftreten als in guten Zeiten. Wir geben zu, dass all diese Befunde recht verwirrend und kaum zu sortieren und noch weniger zu verstehen sind. Zurzeit weiß man lediglich, dass es bei einer Depression zu Funktionsstörungen im Gehirn kommen kann, bei denen das Gleichgewicht gewisser Überträgerstoffe im Gehirn (Neurotransmitter) gestört ist. Anders als ein Beinbruch lässt sich eine Depression im Allgemeinen nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Meist sind verschiedene Faktoren beteiligt, die erst im Zusammenspiel eine Depression entstehen lassen. Vereinfacht lässt sich jedoch sagen, dass es innere und äußere Umstände gibt, deren Vorhandensein einen Menschen an einer Depression erkranken lassen. Um das Zusammenwirken dieser Faktoren zu verstehen, muss man wissen, wie sich die Informationsweitergabe innerhalb unseres Gehirns abspielt. Die einzelnen Nervenzellen, die unseren Körper durchziehen und aus denen unser Gehirn besteht, tauschen untereinander Informationen aus. Dabei können diese Informationen als Sinneseindrücke registriert werden, z.B. als Anblick eines Bildes oder als Hören von Musik. Es kann sich aber auch um Gefühle oder Gedanken handeln. Die Weitergabe solcher Informationen zwischen einzelnen Zellen des Gehirns findet durch die Ausschüttung von Botenstoffen statt, den so genannten Neurotransmittern. Nach Ansicht der neueren Wissenschaft kommt es während einer Depression zu einer Störung dieses Stoffwechsels im Gehirn. Vor allem bestimmte Botenstoffe, das Serotonin und das Noradrenalin sind aus der Balance geraten. Durch diese Stoffwechselstörung sinkt die Fähigkeit, Empfindungen wie Freude oder Zufriedenheit zu verspüren; negative Gefühle werden übermächtig. Diese Stoffwechselstörung wird oft durch einschneidende Lebensereignisse verursacht. Ein solches Ereignis kann bereits ein Umzug in eine fremde Stadt sein. Auch Lebensprobleme können für diese Störung verantwortlich sein: Verlust des Partners, Tod eines Angehörigen, dauernde berufliche Über- oder Unterforderung. In der Medizin ist umstritten, was bloße Rahmenbedingung und was eigentliche Krankheitsursache ist. Je nach Sichtweise kann man annehmen, dass Veränderungen des Stoffwechsels im Gehirn lediglich eine Begleiterscheinung der krankmachenden Lebensprobleme sind. Andererseits lässt sich natürlich auch sagen, dass alle Menschen in ihrem Leben Verluste und Trennungen erleiden oder Phasen der Überlastung durchstehen müssen, aber nur wenige daraufhin an einer Depression erkranken.
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