FAQ - Frequently Asked Questions

Leben mit Depression und Angst Selbsthilfegruppe
© 2017 - Leben mit Depression und Angst - Selbsthilfegruppe bei Depressionen und Angststörungen - Tamsweg/Salzburg/Österreich
Die Verhaltenstherapie basiert auf den Ergebnissen der Lernforschung. Ihr Ziel ist es, dass der Erkrankte durch Gespräche, Übungen und neue Einsichten seine Verhaltensweisen, die seine Erkrankung mitverursachen erkennt, und ändert. Dabei wird die seelische Erkrankung als eine Art falsch eingeübtes Verhalten angesehen, das man durch entsprechendes Training wieder ändern kann. Die interpersonale Psychotherapie ("IPT") ist eine relativ neue Form der Psychotherapie, die sich zwischen der tiefenpsychologischen Psychotherapie und der Verhaltenstherapie bewegt. Bei dieser Form der Psychotherapie versucht der Therapeut, Konfliktsituationen des Erkrankten zu ermitteln, die zu der Erkrankung geführt haben könnten. Dabei beschränkt er seine Suche jedoch auf zentrale Bereiche des Lebens, z.B. Trennung oder Verlust. Die Dauer der Behandlung wird, wie bei der Verhaltenstherapie, auf eine bestimmte Anzahl von Sitzungen begrenzt. 6. Welche medikamentösen Therapiemöglichkeiten gibt es? Es werden verschiedene Arten von Medikamenten (Antidepressiva) zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Welche Art von Medikament eingesetzt wird, sollte ein Arzt/Ärztin, ein neurologischer oder psychiatrischer Facharzt entscheiden. Besonders wichtig ist es für den Betroffenen zu wissen, dass ein Wirkungseintritt bei fast allen Medikamenten dieser Gruppen frühestens erst nach zwei Wochen zu erwarten ist, so dass unter Umständen vorübergehend nach Absprache mit dem Arzt beruhigende Medikamente erforderlich sein könnten. Kein antidepressives Medikament macht abhängig oder süchtig. Man unterscheidet je nach chemischen Inhaltsstoffen, die Nervensignale weiterleiten (Neurotransmitter): Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (neue Medikamente, die die Konzentration von Serotonin im Gehirn erhöhen) Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (neue Medikamente, die die Konzentration von Noradrenalin im Gehirn erhöhen) Trizyklische Antidepressiva (ältere gut wirksame und bekannte Medikamente, die die Konzentration von Noradrenalin und Serotonin im Gehirn erhöhen) MAO (Monoaminooxidasehemmer) Sonstige Unter den Antidepressiva gibt es keine eindeutige Überlegenheit einer Substanzklasse. Die Auswahl sollte durch den Fachmann in Abhängigkeit von Beschwerden, Wirkungseintritt, anderen körperlichen Erkrankungen und Nebenwirkungen erfolgen. Ein früher Behandlungsbeginn ist zu empfehlen. Die Einnahme der Medikamente sollte nach Absprache mit dem behandelnden Arzt noch über ca. sechs Monate nach Ende der Depression fortgesetzt werden, um einen Rückfall zu vermeiden. Allgemein treten Nebenwirkungen selten auf. Häufigste Nebenwirkungen sind Gewichtszunahme, Müdigkeit, sexuelle Funktionsstörungen, Schwindel und Mundtrockenheit. Diese Nebenwirkungen treten in der Regel jedoch nur zu Beginn der Behandlung auf und bilden sich meist im weiteren Verlauf der Behandlung zurück. Gegebenenfalls ist eine Umstellung der Medikation auf einen anderen Wirkstoff erforderlich. Regelmäßige Blutuntersuchungen und EKGs sollten zunächst monatlich, später in größeren Abständen durchgeführt werden, um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen. Lithiumsalze und Carbamazepin sind Medikamente, die nicht zu den Antidepressiva gehören und zur Verhütung von Rückfällen dienen. Bei leichten Depressionen kann ein Behandlungsversuch mit pflanzlichen Mitteln (z. B. Johanneskraut) durchgeführt werden. 7. Wie arbeiten Antidepressiva? Antidepressiva sind keine Aufputschmittel, die zu einem Zudecken vorhandener Probleme führen, sondern sie normalisieren den Stoffwechsel im Gehirn und führen zu einem Rückgang der depressiven Symptome. 8. Was kann ich tun, wenn keine sofortige Besserung eintritt? Geduld bewahren! Da eine Depression sich in den meisten Fällen allmählich über Wochen und Monate entwickelt hat, braucht die Behandlung ebenfalls Zeit. Als Patient müssen Sie Geduld aufbringen, da es keine schnelle vollständige Genesung, d. h. innerhalb weniger Tage, aus der Depression gibt. 9. Darf ich mein Medikament absetzen, sobald ich mich besser fühle? Nein! Depressionen können leider bei zu frühem Absetzen der Medikamente wieder auftreten. Zur Verhinderung eines solchen Rückfalls, d. h. des Wiederauftretens von Symptomen, ist daher die Einnahme eines Antidepressivums für weitere 4 bis 6 Monate notwendig. Nach dieser Zeit kann die depressive Episode dann meist als beendet angesehen werden.
Schöne Advents- zeit