FAQ - Frequently Asked Questions

Leben mit Depression und Angst Selbsthilfegruppe
© 2017 - Leben mit Depression und Angst - Selbsthilfegruppe bei Depressionen und Angststörungen - Tamsweg/Salzburg/Österreich
20. Ist eine Depression heilbar? Die Genesung von einer Depression ist heute möglich und dank der Antidepressiva und anderer verfügbarer Behandlungsalternativen erfahren die meisten Menschen eine Besserung. Die Genesung kann Zeit beanspruchen und in diesem Zeitraum kann eine Psychotherapie ("Gesprächstherapie") einen glatten Übergang unterstützen. Viele Patienten sagen, dass eine medikamentöse Therapie gemeinsam mit einer Gesprächstherapie eine bessere Wirkung hat als die jeweiligen Therapieformen alleine. Die Patienten können gemeinsam mit ihrem Arzt entscheiden, welche Behandlungsmethode für sie die beste ist. Eine Depression kann aber auch eine chronische Erkrankung sein, die jedoch mit einer entsprechenden Behandlung in den meisten Fällen gut in den Griff zu bekommen ist. 21. Ich glaube, ich leide an einer Depression. Wo finde ich Hilfe? Sprechen sie mit einem Arzt Ihres Vertrauens. Er oder sie wird in der Lage sein, die Zeichen und Symptome der Depression mit Ihnen zu besprechen und mögliche körperliche Ursachen auszuschließen. Nach Diagnosestellung kann Ihr Arzt Ihnen ein Antidepressivum verschreiben oder Sie für eine weitere Beurteilung und Behandlung an einen Psychiater und/oder anderen Therapeuten überweisen. Möglicherweise finden Sie auch in einer Selbsthilfegruppe, in Ihrer Gemeinde, im örtlichen Krankenhaus oder bei einer Telefon-Hotline in Ihrer Gegend Hilfe. 22. Was unterscheidet eine Depression von einer normalen Trauerreaktion? Die Symptome einer Depression lassen sich nicht mit einigen Worten zusammenfassen. Es gibt kein einheitliches Erscheinungsbild dieser Erkrankung. Zwei Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, können unter sehr unterschiedlichen Symptomen leiden. Es gibt Überschneidungen mit anderen Erkrankungen, wie auch jedes einzelne Anzeichen einer Depression von einer anderen Erkrankung herrühren kann. Deswegen ist es von großer Wichtigkeit, mit einem Arzt über seine Beschwerden zu sprechen. Nur ein erfahrener Arzt kann feststellen, ob jemand an einer Depression erkrankt ist oder ob er unter Lebensproblemen leidet; vielleicht liegt aber auch eine andere Erkrankung vor. Eine Depression ähnelt in einigen Anzeichen einer "normalen" Trauerreaktion. Der Betroffene ist mutlos, verspürt eine tiefe Leere oder Traurigkeit. Beschäftigungen, denen er früher gerne nachging, machen ihm jetzt keine Freude mehr, er vernachlässigt Hobbys und andere Freizeitaktivitäten. Es gibt jedoch einige Anzeichen, die eine Depression von einer "gesunden" Trauerreaktion unterscheiden. Trauer "ohne" Grund: Im Gegensatz zu einer depressiven Erkrankung sind Phasen der Trauer im Allgemeinen nach einigen Tagen, Wochen oder Monaten überwunden. Eine unbehandelte Depression hingegen zieht sich häufig über einen langen Zeitraum hin; oft dauert sie solange, dass man sie schließlich nicht mehr auf ein belastendes Ereignis zurückführen kann. Außerdem kann eine Depression auch ohne ein äußeres Ereignis auftreten. Keine Aufheiterbarkeit: Im Unterschied zu Menschen, die einfach traurig sind, ohne dabei im medizinischen Sinn krank zu sein, lässt sich ein Mensch, der an einer Depression leidet, in der Regel nicht von seinen Empfindungen ablenken. Im Kreise von Freunden oder im Urlaub wird ihre Stimmung nicht besser, oft sogar noch niedergedrückter. 23. Wann handelt es sich bei einer depressiven Stimmung um eine normale Reaktion und wann um eine echte Major Depression? Wir alle haben Tage, an den wir uns "deprimiert" fühlen. Normalerweise ist dieses Gefühl nur vorübergehend und wir können uns am nächsten Tag super fühlen. Außerdem können wir auch an schlechten Tagen noch an Dingen Gefallen finden. Manchmal hält das Gefühl der Traurigkeit mehrere Tage oder sogar eine Woche an. Dazu kommt es häufig nach dem Scheitern einer Beziehung oder anderen unangenehmen Ereignissen. Es kann zwar vorkommen, dass sie einige der Symptome einer Depression aufweisen, solange jedoch nicht mehrere Symptome vorliegen, die zudem die Leistungsfähigkeit im Alltag beeinträchtigen, ist es unwahrscheinlich, dass Sie wirklich an einer Major Depression leiden. Denken Sie daran, dass die Diagnose einer Depression nur dann gestellt wird, wenn diese Symptome über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen jeden oder zumindest fast jeden Tag vorliegen. Auch wenn Sie nicht an einer Major Depression erkrankt sind, können Sie dennoch an einer leichteren Form der Depression oder an einer Anpassungsstörung leiden, bei deren Bewältigung professionelle Hilfe nützlich wäre. Ein geschulter Experte ist in der Lage, zwischen einer Phase, in der Sie "einen Moralischen haben" und einer klinischen Depression zu unterscheiden. 24. Wie reagieren die meisten Menschen, wenn bei Ihnen die Diagnose “Depression” gestellt wird? Für die meisten Menschen ist die klare Diagnose eine Erleichterung. Häufig ist die Reaktion selbst dann, wenn die Diagnose Monate oder Jahre nach dem ersten Auftreten von Symptomen gestellt wird: "Jetzt weiß ich wenigstens, was ich habe." Für andere ist diese Diagnose jedoch ein fürchterlicher Schock. Viele Menschen schämen sich, an einer seelischen Krankheit zu leiden. Beide Reaktionen sind normal. Selbst wenn die eindeutige Diagnose einer Depression gestellt und angenommen worden ist, bieten die unbekannten Größen Grund für zusätzliche Sorgen: Verlauf und Ausgang der Erkrankung; Sorge um den Arbeitsplatz; Auswirkungen auf die Familie; Frustrationsgefühle aufgrund körperlicher und seelischer Einschränkungen. Es ist nicht unüblich, dass sich dieser Sorgen als Ärger, Frustration und/oder Traurigkeit ausdrücken. Es ist wichtig, zu wissen, dass eine Depression behandelbar ist und eine gute Prognose (vorhergesagter Krankheitsverlauf) hat. Wie auch immer Sie reagieren, denken Sie daran, dass sie nicht alleine sind und dass eine Depression ein häufiges und sehr gut behandelbares Ereignis darstellt.