FAQ - Frequently Asked Questions

Leben mit Depression und Angst Selbsthilfegruppe
© 2017 - Leben mit Depression und Angst - Selbsthilfegruppe bei Depressionen und Angststörungen - Tamsweg/Salzburg/Österreich
25. Wie häufig tritt eine Depression auf? Die Angaben zum Erkrankungsrisiko sind sehr unterschiedlich und sind abhängig von verschiedenen Definitionsansätzen und Typen von Depressionen. Die Angaben schwanken zwischen 4 und 48 Prozent. Zurzeit geht man davon aus, dass ca. fünf Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens von dieser Krankheit betroffen sind. Gesichert ist eine Geschlechterverteilung mit einem Verhältnis von Frauen zu Männern mit sieben zu drei. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Am häufigsten erkrankt man zwischen dem 30. bis 40. Lebensjahr. Eine Erkrankung ist jedoch in jedem Lebensalter möglich. 26. Wie verläuft eine Depression? Wie ist die Prognose? In der Regel ist die Prognose der depressiven Erkrankung günstig. Die meisten Depressionen sind heilbar. Meist entstehen keine Folgeschäden. Die Mehrzahl der Patienten erlebt im Laufe ihres Lebens nur eine oder sehr wenige depressive Episoden. Hatte man bereits einmal eine Depression, so ist das Risiko für das Wiederauftreten dieser Krankheit im Laufe des Lebens erhöht. Hierdurch wird die Behandlungsmöglichkeit jedoch meist nicht beeinflusst. Die Dauer der einzelnen depressiven Phase kann zwischen wenigen Wochen bis mehreren Jahren schwanken. Durch eine medikamentöse Behandlung kann diese Zeit jedoch deutlich verkürzt werden. Leider ist die Zahl der Selbsttötungen (sieben bis zehn Prozent, 30- bis 50-mal höher als in der Normalbevölkerung) deutlich erhöht, so dass es besonders wichtig ist, das der Betroffene sich frühzeitig in Behandlung begibt. Man unterscheidet einfacher Verlauf: Der Betroffene erkrankt einmalig in seinem Leben. rezidivierender Verlauf: Der Betroffene erkrankt wiederholt an Depressionen. Die Behandlungsmöglichkeiten werden hierdurch jedoch meist nicht beeinflusst. Auch können die Abstände des Wiederauftretens der Erkrankung zwischen wenigen Monaten und Jahrzehnten schwanken. chronischer Verlauf: Die Depression geht in seltenen Fällen in einen Dauerzustand über. Eine weitere Verlaufsform, die Manisch-depressive Erkrankung, ist durch das auftreten von Phasen der Depression und manische Phasen gekennzeichnet. Manische Phasen sind der Depression entgegengesetzte Phasen der ausgeprägt gehobenen Stimmung, teilweise mit Größenwahn, Verschwendungssucht usw. Sind die Symptome der Depression zwar chronisch, aber eher leichter Natur, so bezeichnet man sie als Dysthymie. Bei dieser Form der Depression leidet der Betroffene an einer dauerhaften Herabgestimmtheit, die jedoch nicht die Intensität der schweren Depression (major depression) erreicht. Der Erkrankte ist zwar langfristig beeinträchtigt, kann jedoch in vielen Fällen noch ein weitgehend normales Leben führen und am Arbeitsleben teilnehmen. Die Dysthymie wurde früher depressive Neurose genannt. Es gibt außerdem noch einige Verlaufsformen der Depression, die meist nach ihrem vermuteten Auslöser benannt sind. Viele dieser Auslöser sind wissenschaftlich nicht belegt, beispielsweise die angebliche Feiertagsdepression. Es gibt jedoch einige Lebensumstände, bei denen es erwiesenermaßen häufiger zu einer Depression kommt. Ein Beispiel ist die Wochenbettdepression. Manche Frauen leiden in Laufe der ersten zehn Tage nach einer Entbindung an Depressionen, die jedoch meist schnell abklingen. Ein ähnliches Phänomen tritt in den Wechseljahren der Frau auf. In beiden Fällen wird vermutet, dass die Depression durch die Umstellungen im Hormonhaushalt verursacht wird. Ein weiteres Beispiel einer Depression, die wahrscheinlich durch einen besonderen Umstand ausgelöst wird, ist die so genannte saisonale, d.h. jahreszeitabhängige Depression. Es ist bekannt, dass in den Herbst- und Wintermonaten gehäuft depressive Erkrankungen auftreten. Diese werden auf die geringe Lichtmenge in den dunklen Monaten zurückgeführt. Diese besondere Form der Depression versucht man durch eine Lichttherapie zu behandeln. Dabei wird der Patient einer intensiven Lichtbestrahlung ausgesetzt, die in ihrer Zusammensetzung dem natürlichen Tageslicht entspricht. 27. Woran erkennt man eine Depression? Im Folgenden werden die wichtigsten Anzeichen aufgeführt, die auf eine Depression schließen lassen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass sich eine Depression auf sehr unterschiedliche Art und Weise äußern kann. Außerdem können viele der unten aufgeführten Beschwerden auch durch andere Erkrankungen verursacht werden. Deswegen ist der Gang zu einem Arzt so wichtig: Nur er kann andere körperliche Störungen ausschließen und mit letzter Sicherheit feststellen, dass die Beschwerden ihren Grund in einer Depression haben. Traurige Stimmung: Im Vordergrund der Beschwerden steht meist das Gefühl der tiefen Traurigkeit und der Freudlosigkeit. Der Erkrankte fühlt sich niedergeschlagen und mutlos; die Stimmung ist getrübt. Manche Betroffene berichten auch von einem "Gefühl der Gefühllosigkeit" oder von einer inneren Leere. Zu dieser Trauer tritt eine Hoffnungslosigkeit. Der Erkrankte glaubt, dass er keine Zukunft mehr hat und dass er an seiner Situation nichts mehr ändern kann.
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