FAQ - Frequently Asked Questions

Leben mit Depression und Angst Selbsthilfegruppe
© 2017 - Leben mit Depression und Angst - Selbsthilfegruppe bei Depressionen und Angststörungen - Tamsweg/Salzburg/Österreich
Hier besteht auch eine wichtige Aufgabe für Freunde und Angehörige. Häufig wurde ein Suizid vorher angekündigt. Nehmen Sie die Andeutung von Suizidabsichten ernst. Versuchen Sie nicht, dem Gefährdeten den Suizid auszureden. Nehmen Sie - sofern der Betroffene schon in ärztlicher Behandlung ist - Kontakt zum behandelnden Arzt auf. Bis ein Arzt die Verantwortung übernommen hat, sollten Sie den Erkrankten beobachten und ihm die Möglichkeit eines Gesprächs bieten. Die Möglichkeit, über seine Sorgen zu reden, verschafft dem Depressiven - wie auch dem Gesunden - Entspannung und hilft ihm so über akute Suizidgedanken hinweg. 29. Was können Angehörige und Freunde tun? Wie man jemandem helfen kann, der an einer Depression erkrankt ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Familie und der Freundeskreis eines Erkrankten stehen oft vor einer schwierigen Situation: Das Erscheinungsbild einer psychiatrischen Erkrankung ist vielen Menschen unbekannt und löst - besonders wenn sie schwer ist - Unsicherheit oder sogar Ablehnung aus. Beteiligen Sie sich an der Aufklärung über die Erkrankung, sprechen Sie mit Freunden und Bekannten über das Thema Depression. Vielleicht geben Sie ihnen auch einfach diese Informationsschrift. Zeigen Sie Verständnis für die Situation des Erkrankten. Versuchen Sie nicht, dem Betroffenen klar zu machen, dass sein Leben doch gar nicht so schlimm sei oder dass es andere Menschen gäbe, denen es schlechter ginge. Solche - oft gut gemeinten - Aufmunterungsversuche bestärken in einem Depressiven nur das Gefühl, versagt zu haben und sein Leben nicht meistern zu können. Regelmäßigkeit der therapeutischen Maßnahmen: Wenn Sie mit jemandem, der an einer Depression erkrankt ist, in einem Haushalt leben, achten Sie darauf, dass der Betroffene seine Medikamente regelmäßig nimmt und seine Termine mit einem Arzt oder Psychotherapeuten auch wirklich einhält. Dies bedeutet nicht, dass Sie Ihrem Freund oder Angehörigen nachspionieren sollen oder dass Sie ihn bevormunden. Wer an einer Depression erkrankt ist, neigt jedoch dazu, an seine Heilung nicht zu glauben und empfindet unter Umständen bereits das Wahrnehmen von Arztterminen als große Belastung. Hier können die Freunde und Angehörigen einfühlsam Hilfestellung leisten. Außerdem empfinden viele Depressive ein unbestimmtes Gefühl der Schuld. So kommt es vor, dass ein Betroffener seine Beschwerden nicht auf seine Erkrankung zurückführt, sondern sie als eine Form von Strafe für Fehlverhalten ansieht. Auf der anderen Seite brechen viele depressive Patienten die Behandlung von sich aus ab, wenn die ersten Anzeichen einer Besserung eintreten. Dies birgt die Gefahr, dass es innerhalb kürzester Zeit wieder zu einer Verschlechterung des Zustandes kommt. Gerade bei der Langzeitbehandlung wird Geduld benötigt. Suizidrisiko: Eine Depression wird immer von einem großen Suizidrisiko begleitet. Nehmen Sie entsprechende Andeutungen des Betroffenen ernst. Oft wurde ein Suizid vorher angekündigt. Versuchen Sie nicht, einem Depressiven die Idee des Suizides einfach auszureden. Auch wenn Ihr Freund oder Angehöriger Ihnen gegenüber von seinen Todesgedanken Abstand nimmt, kann es sein, dass diese in kurzer Zeit zurückkehren. Geben Sie ihm Gelegenheit, sich auszusprechen. Wer an einer Depression leidet sollte immer die Möglichkeit haben, mit jemandem reden zu können. Eine Depression einschließlich ihrer Begleiterscheinungen ist nichts, was man mit dem Willen überwinden kann. Benachrichtigen Sie den behandelnden Arzt. Gestaltung des Tagesablaufs: Einem Depressiven fällt es oft sehr schwer, sich zu irgendwelchen Aktivitäten aufzuraffen. Bereits das Aufstehen und das Ankleiden stellen große Hürden dar. Hier können Angehörige und Freunde Hilfe leisten, indem sie den Erkrankten dabei unterstützen, zu einem geregelten Tagesablauf zu finden. Diese Unterstützung sollte nicht in Bevormundung oder Maßregelung ausarten. Eine Möglichkeit der Hilfe besteht zum Beispiel darin, eine feste Zeit für einen gemeinsamen Spaziergang zu verabreden. Keine Überforderung: Eine wichtige Regel bei der Hilfe von Angehörigen und Freunde besteht darin, Überforderungen zu vermeiden. Gerade am Anfang seiner Erkrankung muss der Betroffene auch lernen, sich fallen lassen zu können und seine Antriebsarmut zu akzeptieren. Vorsicht ist jedoch nicht nur bei einer Überforderung des Erkrankten geboten, sondern auch bei einer Überlastung des Helfers. Wer einem psychisch kranken Menschen als Freund oder Angehöriger zur Seite stehen will, sollte sich über die möglichen Belastungen im Klaren sein. Eine psychische Erkrankung unterscheidet sich insoweit nicht von einer körperlichen Krankheit. Genauso wenig wie sich eine Depression mit dem puren Willen überwinden lässt, so wenig lassen sich alle Belastungen für das private oder häusliche Umfeld des Erkrankten nur mit gutem Willen überwinden. Das Gespräch mit einem Menschen, der an einer Depression leidet, dreht sich oft nur um die Erkrankung selbst. Dies kann eine Belastung für den Freund oder den Angehörigen darstellen, die nicht zu unterschätzen ist. Wer einem Erkrankten helfen will, darf von sich nicht zuviel verlangen. Schaffen Sie sich Freiräume, in denen Sie andere Aktivitäten wahrnehmen. Es besteht auch die Möglichkeit, das Gespräch mit anderen Angehörigen in einer Angehörigengruppe zu suchen. 30. Wie kann man Depressionen vorbeugen? Bei der Frage nach der Vorbeugung einer Depression - der Mediziner spricht hier von einer Phasenprophylaxe - ist vor allem eins zu betonen: Ein großer Teil der Betroffenen erlebt nur eine einzige Erkrankungsphase. Die Depression ist in der Regel kein chronisches Leiden. Deswegen stellt sich die Frage einer Vorbeugung gegen weitere depressive Phasen für viele Betroffene nicht zwingend.
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