Fokus

Leben mit Depression und Angst Selbsthilfegruppe
© 2018 - Leben mit Depression und Angst - Selbsthilfegruppe bei Depressionen und Angststörungen - Tamsweg/Salzburg/Österreich

Fokus-Thema 2: Selbsthilfegruppen -

Funktion und Nutzen der Hilfe zur Selbsthilfe

Hier möchten wir Ihnen Funktion und Nutzen von Selbsthilfegruppen beschreiben. Weiters möchten wir ein paar Erklärungen zu Selbsthilfegruppen darlegen. Selbsthilfegruppen sind selbstorganisierte Zusammenschlüsse von Menschen, die ein gleiches Problem oder Anliegen haben und gemeinsam etwas dagegen bzw. dafür unternehmen möchten. (aus Wikipedia.org) Beweggründe, eine Selbsthilfegruppe (SHG) aufzusuchen, sind unter anderem: Die tiefe Verzweiflung und das Alleingelassensein nach einer Diagnose; das Bedürfnis Hilfe zu erhalten und selbst zu helfen oder der Wunsch andere Betroffene kennenzulernen und mit Ihnen Meinungen, Erfahrungen und Informationen auszutauschen. Gespräche über die eigenen Gefühle, der gegenseitige Erfahrungsaustausch über den praktischen Umgang mit der Erkrankung aber auch das Informiertwerden durch Fachleute sind den Gruppenteilnehmern am Wichtigsten. Viele Teilnehmer an SHG kommen durch Information in den Medien, durch Mitarbeiter im Gesundheitswesen oder durch Betroffene (Mundpropaganda) zu ihrer Gruppe. Das AEIOU von Selbsthilfegruppen Die Funktion von SHG kann mit fünf Begriffen umschrieben werden: A - wie Auffangen: neue Gruppenteilnehmer, die oft deprimiert, desorientiert sind und sich alleingelassen fühlen, werden in der Gruppe “aufgefangen”, sie können ihr Leid schildern und sich darsteleln, um ihnen die Angst zu nehmen und ihnen das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein.. E - wie Ermutigen: Teilnehmer erhalten das Gefühl, es auch zu schaffen, mit der neuen Situation fertig zu werden. I - wie Informieren: die betroffenen Teilnehmer erhalten professionelle Informationen durch Vorträge von Fachleuten, Literaturhinweise u.a. O - wie Orientieren: Teilnehmer an SHG können sich durch den gegenseitigen Erfahrungsaustausch und das Kennenlernen von anderen Menschen, die an der gleichen Erkrankung leiden, orientieren. Sie lernen, ihre eigene Situation zu relativieren, ihre Ansprüche und Erwartungen an sich, an ihre unmittelbaren Mitmenschen und an die Professionisten im Gesundheitswesen neu auszurichten und gewinnen so Lebensqualität zurück und können Strategien für erfolgreiches Bewältigungsverhalten aufbauen. U - wie Unterhalten: Neben den “fachlichen” Kontakten, die sich auf die Erkrankung und ihre Bewältigung beziehn, sind auch gesellschaftliche, freundschaftliche Bildungen der Gruppenteilnehmer untereinander durchaus erwünscht - wenngleich eine SHG kein “Kaffeehausklatsch” sein sollte. SHG befriedigen das Informationsbedürfnis und die sozial-emotionalen Bedürfnisse von Menschen nach einem belastenden (unvorhergesehenen) kritischen Lebensereignis. Selbsthilfegruppenteilnehmer erleben die Tatsache, dass sie mehr über ihre Krankheit und ihre Behandlungsmöglichkeiten Bescheid wissen, als die stärkste Veränderung. Fast gleich wichtig ist es ihnen aber, sich weniger isoliert und mit ihrer Krankheit besser verstanden zu fühlen. Kaum weniger wichtig ist die Stärkung des Selbstbewusstseins, allgemein und im Auftreten gegenüber Ärzten. Dem Freizeitverlust durch die Teilnahme an Gruppenaktivitäten messen die Teilnehmer einen geringen Stellenwert bei. Er wird durch den subjektiven Gewinn an Wohlbefinden, Bewältigungskompetenz, Information, Selbstbewusstsein und Verstandenwerden durch andere reichlich kompensiert. Langjährige Teilnehmer an SHG nehmen an sich stärkere Veränderungen wahr: sie önnen mit ihrer Krankheit besser umgehen, wissen besser über ihre Krankheit und deren Behandlungsmöglichkeiten Bescheid, haben weniger Angst vor der Krankheit und erleben sich allgemein und gegenüber Ärzten selbstbewußter. Die Veränderungen sind auch umso stärker, je regelmäßiger, “disziplinierter” sowie die Gruppentreffen besuchen, je rascher nach der Diagnose die Teilnahme beginnt und je größer die Aufnahmebereitschaft der Gruppe ist. Der kosequente Besuch der Gruppentreffen und der frühe Zeitpunkt des Einstiegs in die SHG hängen stark mit größerer Informiertheit zusammen, vermitteln mehr Kompetenz im Umgang mit der Krankheit und ihren Behandlungsmöglichkeiten und fördern die Freude und den Lebensmut. Je wichtiger die SHG genommen wird, desto stärker werden auch die durch sie bewirkten Veränderungen erlebt: man kann mit der Krankheit und ihren Folgen besser umgehen, man hat mehr Freude und Lebensmut gewonnen, man ist selbstbewußter geworden, man fühlt sich besser verstanden und weniger isoliert. Jene Teilnehmer, die ihre SHG wichtig nehmen, erleben einen unschätzbaren Zugewinn an Kompetenz, Lebensmut und Wohlbefinden. Quelle: Studie des Fonds Gesundes Österreich, fgoe.org
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