Leben mit Depression und Angst

Frau F.

Meine erste Manie kam 1980, kurz darauf die Depressionen. Vorausgegangen waren knallharte Schicksalsschläge kurz hintereinander. Nach
monatelangen Klinikaufenthalten und vielen Medikamenten wurde ich als geheilt entlassen, ich war 33 Jahre alt.
Nach 12 Jahren kam der nächste Schub, diesmal kamen zuerst die Depressionen und dann die Manie, wieder waren sehr heftige Geschichten im
Vorfeld passiert, ich gehe darauf gerne ein, wenn das jemand wissen will.
Jetzt das Schöne daran, als ich schwer depressiv das erste Mal in der Psychiatrie zu meiner Stationsärztin ins Zimmer kam, standen da wunderbare
Rosen, das konnte ich registrieren und sagte das auch. Sie sagte, ja, die sind vom Rosenbär. Ich dachte, die will mich veräppeln und wurde noch saurer
als ohnehin. Es gibt aber in meiner Heimatstadt auf dem Markt einen Stand der Firma Bär, und sie setzte voraus, ich kenne den. Wir haben dann ganz 
gut therapeutisch gearbeitet und nachdem ich entlassen war, konnte ich ambulant weiter zu ihr zur Therapie.

Auch als sie sich selbständig machte, 
hat sie mich weiterhin betreut. Im Vorzimmer saß übrigens ihre liebenswürdige Mutter, mit der habe ich immer ein Schwätzchen gehalten und immer 
gab's Rosen vom Rosenbär!
Nun bin ich schon seit 1994 absolut beschwerdefrei und brauche keinerlei Medikamente mehr. Seit 2003 bin ich frühpensioniert, habe in Frankreich ein 
altes Bauernhaus gekauft und lebe seither mit meinen zwei Katzen ganz zufrieden und glücklich hier, singe in einem Chor und fühle mich sehr 
integriert hier. Meine Ärztin und ihr Lebensgefährte haben mich schon zum wiederholten Mal hier besucht, wir sind inzwischen befreundet.
Und was hat sie mir beim ersten Male mitgebracht? Einen wunderbaren Rosenstrauch vom Rosenbär!! Wen mir das jemand vorher prophezeit hätte, ich 
wäre ihm an die Gurgel gesprungen.
Frau F.