Manie
Für Angehörige wie Behandelnde ist es wichtig, sich weder von der Heiterkeit noch von der Aufdringlichkeit und Aggressivität provozieren zu lassen. Witzigkeit oder Redseligkeit sollten nicht in gleicher Weise beantwortet werden. Trotzdem sollte man den Patienten als Person ernst nehmen. Zurückhaltung ist geboten und – sofern irgend möglich – sollte man den betroffenen Kranken sprechen lassen und ihm zuhören. Dadurch kann zumindest vorübergehend eine Beruhigung eintreten. So weit möglich sollten Außenreize vermindert werden. Zuwendung und Großzügigkeit sind gefragt bei dem größten Spielraum für den Kranken, der möglich ist. Dieser sollte vor weiteren unbesonnenen Handlungen geschützt werden. Medikamentös ist in der akuten Phase eine Behandlung mit hochpotenten Neuroleptika sinnvoll. Dieses kann durch eine dämpfende Medikation, z. B. ein niederpotentes Neuroleptikum, ggf. durch ein Benzodiazepin, ergänzt werden. Eine Lithiumbehandlung ist vor allem bei wiederkehrenden manischen und manisch-depressiven Episoden hilfreich. Manche manisch Kranke reagieren sogar auf die Behandlung nur mit Lithium besser als auf Neuroleptika. Das Problem besteht jedoch darin, dass in der Kombination von Haldol und Lithium Intoxikationszustände (= Vergiftungszustände) vorkommen können. Außerdem ist für die Lithiumbehandlung eine konsequente Einnahme und die Zusammenarbeit mit den betroffenen Kranken ausschlaggebend. Gerade dies aber kann problematisch sein. Eine andere Zusatzbehandlung bietet sich durch Carbamazepin (siehe das Kapitel "Was leisten Psychopharmaka?"). Behandlung mit Lithium oder Carbamazepin empfiehlt sich vor allem bei manisch-depressiven Erkrankungen, insbesondere bei solchen mit schnellem Phasenwechsel.
Eine affektive Störung
Logo Leben mit Depression und Angst