Thema: Suizid

Die Möglichkeit, frei über sich, das eigene Leben und letztendlich auch den eigenen Tod

bestimmen zu können, erleben viele Menschen als hohes Gut.

Weitere unwahre Behauptungen zum Thema Suizid und deren Richtigstellung Falsch: Wer an Suizid denkt, will sich nicht unbedingt das Leben nehmen. Richtig: Die meisten Menschen, die an Selbsttötung denken, schwanken zwischen dem Wunsch zu leben und dem zu sterben; sie „spielen mit dem Tod", und sie überlassen es den anderen, sie zu retten. Kaum einer nimmt sich das Leben, ohne seine Gefühle einem anderen zu offenbaren. Falsch: Wer einmal zum Suizid neigt, wird es immer wieder tun. Richtig: Lebensmüde haben nur während einer begrenzten Zeit ihres Lebens den Wunsch, sich zu töten. Falsch: Besserung nach einer suizidalen Krise bedeutet das Aufhören des Risikos. Richtig: Die meisten Suizide geschahen in den drei Monaten nach beginnender „Besserung", wenn der Patient von neuem die Energie hat, selbstzerstörerische Entschlüsse auszuführen. Falsch: Es ist keine gute Idee, jemanden zu fragen, ob er sich mit Selbstmordgedanken trägt. Über Selbstmord zu reden könnte ihn nur auf den Gedanken bringen, sich umzubringen. Richtig: Ganz im Gegenteil: Darüber zu sprechen, hilft dieser Person oftmals, sich mit den damit verbundenen schwierigen Themen auseinanderzusetzen und die Spannung zwischen dem Wunsch zu leben und zu sterben zu lösen. Eine Bereitschaft zum Zuhören zeigt, dass Menschen Anteil nehmen und bereit sind, zu helfen. Falsch: Alle, die Suizid begehen oder begehen wollen, sind geisteskrank, jeder Suizid ist die Handlung eines Psychotikers. Richtig: Es ergibt sich aus dem Studium von Hunderten von letzten Aufzeichnungen, dass der suizidale Mensch zwar äußerst unglücklich, aber nicht notwendigerweise geistesgestört ist. Was selbsttötungsgefährdete und depressive Menschen möchten: Jemand, der ihnen aktiv zuhört: Jemand, der sich Zeit nimmt, ihnen wirklich zuzuhören. Jemand, der nicht gleich urteilt, Ratschläge oder Meinungen von sich gibt, sondern sich ihnen mit großer Aufmerksamkeit zuwendet und zum Beispiel nach Gefühlen, dem Befinden und Vertrauenspersonen nachfragt. Jemand, dem sie vertrauen können. Jemand, der sie respektiert, der sie ernst nimmt, und der alles streng vertraulichbehandelt. Jemand, der Anteil nimmt. Jemand, der sagt: „Du bist mir nicht egal“.
mehr Infos mehr Infos
Ein ernsthaftes Thema rund um Depression
Logo Leben mit Depression und Angst