FAQ

1. Was ist eigentlich eine Depression?

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Als Depression bezeichnet man eine über das normale hinausgehende seelische Niedergeschlagenheit, die man selber als krankhaft bzw. nicht mehr steuerbar empfindet. Wichtig ist es zu wissen, dass es verschiedene Arten und Ursachen für Depressionen gibt, welche sich teilweise auch in ihren Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden.

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2. Wie entsteht eine Depression?

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Seitdem es die wissenschaftliche Psychiatrie gibt, haben Wissenschaftler versucht, die Ursache von Depressionen zu erforschen. Trotzdem ist – wie übrigens bei den meisten Krankheiten - die Ursache von Depressionen nicht vollständig aufgeklärt. Man weiß, dass bei manchen Menschen eine Depression ausgelöst werden kann durch Erlebnisse, die sie aus dem Gleichgewicht bringen. Dabei muss es sich nicht unbedingt um eine unangenehme Erfahrung handeln wie den Verlust eines geliebten Menschen oder um Arbeitslosigkeit. Es gibt auch Fälle, in denen äußerst angenehme Erlebnisse eine Depression auslösen. Hierzu zählen zum Beispiel die Geburt eines Kindes, ein Lottogewinn, oder der lang ersehnte berufliche Erfolg.
Manche Depressionen treten in Zusammenhang mit einer körperlichen Krankheit auf. Es ist gar nicht so selten, dass eine Depression nach einer Narkose oder nach einer Infektion "plötzlich da ist".
Es gibt auch das Phänomen der Entlastungsdepression. Nach einem lang anhaltenden Stress, zum Beispiel zum Schuljahresende bei Lehrern, oder nach der schweren Erkrankung eines Angehörigen, tritt nach der Entlastung plötzlich eine Depression auf. Der Körper hat sich in dieser Zeit an die starke Belastung, den Stress, gewöhnt und produziert plötzlich nicht mehr genügend anregende "Stresshormone", sodass es zu einer völligen "Abschlaffung" kommen kann. Aus diesem Grunde ist es auch sehr wichtig, mindestens drei Wochen am Stück Urlaub zu nehmen. Auch unter ständiger Belastung (Überforderung) kann es zur Depression kommen. Wer unter einer länger dauernden Überforderung steht - wie der Doppelbelastung durch Beruf und Kindererziehung und vielleicht noch einer pflegebedürftigen Oma -, "kippt" dann um. Oft können wir diese Überforderungen nur mit Zigaretten, Alkohol und Kaffee überstehen. Das Trinken von zu viel Alkohol oder der Gebrauch von gewissen Drogen kann ebenfalls eine Depression auslösen. Meistens treten Depressionen jedoch ohne ersichtlichen Anlass auf und haben selten nur eine einzige Ursache. Man geht heute davon aus, dass eine Depression aus dem Zusammenspiel von genetischen, biologischen und psychologischen Faktoren eine Antwort auf eine gewisse Art von Stress, Dystress genannt, ist.
Frauen werden etwa doppelt so häufig gegen Depressionen behandelt wie Männer. Ob sie allerdings tatsächlich doppelt so häufig erkranken wie Männer, ist unklar. Vielleicht sind sie nur klüger und suchen früher Hilfe als die "starken" Männer, die möglicherweise ihre Depressionen nur im Alkohol "ertränken".
Andererseits weiß man, dass in schweren Zeiten, wie zum Beispiel während eines Krieges, weniger Depressionen auftreten als in guten Zeiten. Wir geben zu, dass all diese Befunde recht verwirrend und kaum zu sortieren und noch weniger zu verstehen sind. Zurzeit weiß man lediglich, dass es bei einer Depression zu Funktionsstörungen im Gehirn kommen kann, bei denen das Gleichgewicht gewisser Überträgerstoffe im Gehirn (Neurotransmitter) gestört ist. Anders als ein Beinbruch lässt sich eine Depression im Allgemeinen nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Meist sind verschiedene Faktoren
beteiligt, die erst im Zusammenspiel eine Depression entstehen lassen. Vereinfacht lässt sich jedoch sagen, dass es innere und äußere Umstände gibt, deren Vorhandensein einen Menschen an einer Depression erkranken lassen. Um das Zusammenwirken dieser Faktoren zu verstehen, muss man wissen, wie sich die Informationsweitergabe innerhalb unseres Gehirns abspielt. Die einzelnen Nervenzellen, die unseren Körper durchziehen und aus denen unser Gehirn besteht, tauschen untereinander Informationen aus. Dabei können diese Informationen als Sinneseindrücke registriert werden, z.B. als Anblick eines Bildes oder als Hören von Musik. Es kann sich aber auch um Gefühle oder Gedanken handeln. Die Weitergabe solcher Informationen zwischen einzelnen Zellen des Gehirns findet durch die Ausschüttung von
Botenstoffen statt, den so genannten Neurotransmittern. Nach Ansicht der neueren Wissenschaft kommt es während einer Depression zu einer Störung dieses Stoffwechsels im Gehirn. Vor allem bestimmte
Botenstoffe, das Serotonin und das Noradrenalin sind aus der Balance geraten. Durch diese Stoffwechselstörung sinkt die Fähigkeit, Empfindungen wie Freude oder Zufriedenheit zu verspüren; negative Gefühle werden übermächtig. Diese Stoffwechselstörung wird oft durch einschneidende Lebensereignisse verursacht. Ein solches Ereignis kann bereits ein Umzug in eine fremde Stadt sein. Auch Lebensprobleme können für diese Störung verantwortlich sein: Verlust des Partners, Tod eines Angehörigen, dauernde berufliche Über- oder Unterforderung. In der Medizin ist umstritten, was bloße Rahmenbedingung und was eigentliche Krankheitsursache ist. Je nach Sichtweise kann man annehmen, dass Veränderungen des Stoffwechsels im Gehirn lediglich eine Begleiterscheinung der krankmachenden Lebensprobleme sind. Andererseits lässt sich natürlich auch sagen, dass alle Menschen in ihrem Leben Verluste und Trennungen erleiden oder Phasen der Überlastung durchstehen müssen, aber nur wenige daraufhin an einer Depression erkranken.

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3. Welche Beschwerden und Symptome gibt es?

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Es ist ganz natürlich und normal, sich in verschiedenen Situationen des Lebens, insbesondere Belastungssituationen, niedergeschlagen zu fühlen. Die Grenzen zwischen normaler Niedergeschlagenheit und der eigentlichen Depression sind dabei fließend. Auch müssen die Beschwerden nicht alle vorliegen und können unterschiedliches Ausmaß annehmen. Das am stärksten mit Depression verbundene Symptom ist ein allgemeines, nicht an einen besonderen Anlass geknüpftes Gefühl der Niedergeschlagenheit. Der Depressive hat zu nichts Lust. Es wird viel gegrübelt und wenig unternommen. Das ganze Leben scheint leer und sinnlos.
Manchmal drängen sich auch Gedanken an Tod oder gar Suizid auf. Depressive fühlen sich nicht leistungsfähig. Dazu kommt der Wunsch, sich zurück zu ziehen und den Kontakt mit anderen Menschen zu meiden. Depressive sind oft lethargisch, können sich zu nichts aufraffen. Sie haben häufig keinen Appetit und auch keine sexuellen Bedürfnisse. Die Konzentration ist gestört, sodass auch die Verrichtung alltäglicher Dinge wie Anziehen, Aufräumen, Kochen und dergleichen zum Problem wird.
Depressive fühlen sich müde, können aber nicht schlafen. Es bestehen Einschlaf- oder Durchschlafstörungen, häufig wachen sie sehr früh am morgen auf. Die häufigsten bei einer Depression beobachteten Symptome sind:

  • endloses Grübeln
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Hoffnungslosigkeit: Wir sehen unsere Situation und unsere Zukunft als ausweglos, uns selbst als wertlos.
  • Wir machen uns Selbstvorwürfe.
  • Minderwertigkeitsgefühle
  • Entscheidungsschwierigkeiten
  • Appetitverlust oder Heißhunger
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Unruhe, Kribbeln, Ziehen im Körper
  • Schwindel, Augenflimmern
  • Zittern, kalte Hände oder Hitzewallungen
  • Druckgefühl in der Brust
  • Kloßgefühl im Hals
  • Magendruck
  • Durchfall, Verstopfung
  • das sexuelle Verlangen nimmt ab
  • Antriebslosigkeit
  • Verzweiflung
  • Angst
  • Einsamkeitsgefühle
  • Niedergeschlagenheit
  • Lustlosigkeit
  • Gereiztheit
  • Unfähigkeit sich zu freuen
  • Antriebsmangel
  • Rückzug von anderen
  • Weinen
  • Kleinste alltägliche Verrichtungen fallen schwer
  • Hobbys werden vernachlässigt
  • Schmerzen im Nacken, in den Schultern
  • Herzstechen und -rasen

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4. Welche Ursachen und Arten von Depressionen gibt es?

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Man nimmt an, dass die Neigung zur Depression im Sinne eines erhöhten Erkrankungsrisikos vererbbar ist. Bei einer Depression ist der Stoffwechsel des Gehirns verändert. Die Konzentration der chemischen Stoffe, die Nervensignale weiterleiten (Neurotransmitter), insbesondere Serotonin und Noradrenalin, sind im Vergleich zum Gesunden verändert, meist niedriger. Die Ursache dafür ist unbekannt, wahrscheinlich spielt aber eine erbliche Vorbelastung eine große Rolle. Andere Faktoren, wie seelische Belastungen, Medikamente, Ernährung und körperliche Erkrankungen haben ebenfalls Einfluss auf den Stoffwechsel
dieser Substanzen.

Bedingt durch die zahlreichen Einflüsse hat man versucht verschiedene Arten von Depressionen zu beschreiben. Übergänge und Überschneidungen sind jedoch häufig, so dass die Behandlungsmöglichkeiten sich weitgehend nur durch verschiedene Schwerpunkte unterscheiden.

Man unterscheidet Depressionen 

unbekannter Ursache (Endogene Depressionen): Hier geht man von der oben beschriebenen Annahme aus, das die vererbte Veranlagung ursächlich ist. Kennzeichnend ist häufig, dass kein äußerer bzw. ausreichender auslösender Grund vorhanden ist. Die Krankheit ist oft, sowohl für den Kranken als auch für seine Angehörigen und Freunde, unerklärlich. Sie kann in vielen Fällen nicht als eindeutige Reaktion auf eine erkennbare Krise interpretiert werden.

Depressionen bei einem belastendem Anlass (Reaktive Depressionen): Eine aktuelle stark belastende Situation (z. B. Tod des Ehepartners, Verlust des Arbeitsplatzes etc.) führt zu einer tiefen Krise, aus der Betroffene über einen langen Zeitraum (mind. sechs Monate) nicht mehr alleine herausfindet.

Depressionen bei einem ausgeprägten inneren Konflikt (Neurotische Depressionen): Ein meist geringer Anlass führt zu einem ausgeprägten inneren Konflikt, der zu den beschriebenen Beschwerden führen kann. Dieser innere Konflikt ist häufig nicht oder nur teilweise bewusst. Meist lässt sich dieser jedoch aus der Lebens- und Lerngeschichte erklären.

Eine Ausnahme bilden Depressionen mit bekannter körperlicher Ursache (Organische Depression): Zahlreiche körperliche Erkrankungen (z. B. niedriger Blutzucker, Mangel an Vitamin B12, Demenz, hormonelle Störungen, Schilddrüsenunterfunktion, Gehirntumoren usw.) können Depressionen verursachen. Bei der Behandlung dieser Depressionen steht die Behandlung der erkannten körperlichen Erkrankung im Vordergrund. Alle anderen Behandlungsmaßnahmen können hier nur unterstützend notwendig sein, sind meist jedoch entbehrlich.

Man unterscheidet also 3 Formen: "monopolare Depression", "bipolare affektive Erkrankung" und die "dysthyme Störung".

Die monopolare Depression kann einmalig im Leben auftreten - aber auch wiederkommen. Bei dieser Form der Gemütskrankheit treten auch bei
Wiederholung immer nur Depressionen auf.

Bei der bipolaren affektiven Erkrankung treten neben Depression auch so genannte "Manien" auf. Bei einer Manie fühlt man sich in diesem Zustand übermäßig gut, sprüht vor Energie, beginnt tausend Sachen gleichzeitig, redet viel, gibt unmäßig viel Geld aus. Manche Menschen neigen zu riskantem Verhalten, bringen sich und andere in gefährliche Situationen. Während der Depressive nicht schlafen kann, braucht der Mensch mit einer Manie fast keinen Schlaf.

Eine weitere Form der affektiven Erkrankung ist die Dysthymie oder Verstimmtheit. Die Symptome gleichen denen der Depression, sind jedoch milder ausgeprägt und dauern länger an. Menschen mit einer Dysthymie fühlen sich nicht gut, sie haben keine Energie und haben fast nie das Gefühl, bei vollen Kräften zu sein.

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